Ratgeber · Haushalt & Allergie
Milben im Bett: erkennen, einordnen und reduzieren
Hausstaubmilben leben in fast jedem Bett. Sie sind unsichtbar und harmlos, solange niemand allergisch reagiert. Was wirklich hilft und was Sie sich sparen können.
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Das Wichtigste in Kürze
- Hausstaubmilben sehen Sie nicht. Sie sind 0,1 bis 0,5 Millimeter groß, ernähren sich von Hautschuppen und leben vor allem in Matratze, Decke und Kissen.
- Sie stechen und beißen nicht. Probleme macht nur der Milbenkot bei Menschen mit Hausstaubmilbenallergie: Schnupfen, Niesen, juckende Augen, Husten. Ob eine Allergie vorliegt, klärt ein ärztlicher Allergietest.
- Am meisten bringen Lüften, ein kühles Schlafzimmer, Waschen bei mindestens 60 °C und für Allergiker ein milbendichter Bezug. Saugen hilft nur an der Oberfläche.
Was sind Hausstaubmilben?
Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere. Laut Umweltbundesamt sind sie 0,1 bis 0,5 Millimeter lang und nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Sie fressen Hautschuppen von Menschen und Tieren. Der Allergieinformationsdienst rechnet vor, dass ein Gramm Hautschuppen, das ein Mensch etwa pro Tag verliert, eine Milbenpopulation sechs Wochen lang ernährt.
Darum ist das Bett ihr bevorzugter Lebensraum: warm, etwas feucht und mit reichlich Nahrung. Die AOK nennt 65 bis 80 Prozent Luftfeuchte und 20 bis 30 °C als ideale Bedingungen. Am stärksten vermehren sich die Milben von Mai bis Oktober. In der Heizperiode wird die Luft trockener, dann sterben viele ab.
Milben im Bett sind deshalb normal und kein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Für Menschen ohne Allergie sind sie laut Umweltbundesamt harmlos.
Woran erkenne ich Milben im Bett?
Direkt gar nicht. Weil man die Tiere nicht sieht, zeigen sich Milben nur indirekt, und zwar ausschließlich bei Menschen, die allergisch auf die Allergene in ihrem Kot reagieren. Typische Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie sind laut AOK und Umweltbundesamt:
- verstopfte oder laufende Nase und Niesanfälle, oft nachts und morgens nach dem Aufstehen,
- juckende, tränende Augen,
- Husten, in schweren Fällen Atemnot,
- Hautreizungen.
Die Beschwerden können im Herbst und Winter stärker werden, wenn abgestorbene Milben zerfallen und ihre Allergene in den Staub gelangen. Ob eine Allergie dahintersteckt, kann nur ein Allergietest in der Arztpraxis zeigen. Milben-Schnelltests für zu Hause sagen nichts darüber, ob Sie allergisch sind.
Stiche im Bett: Milben, Bettwanzen oder Krätze?
Wer nach Stichen oder juckenden Pusteln nach „Milben im Bett“ sucht, landet oft beim falschen Verdächtigen. Hausstaubmilben stechen nicht. Zwei andere Ursachen sind häufiger gemeint:
| Merkmal | Hausstaubmilben | Bettwanzen | Krätzemilben |
|---|---|---|---|
| Größe | 0,1–0,5 mm, unsichtbar | etwa 1–8 mm, sichtbar | 0,3–0,5 mm, in der Haut |
| Stiche | keine | nachts, oft in einer Reihe | keine Stiche, Gänge in der Haut |
| Beschwerden | nur bei Allergie: Schnupfen, Augen, Husten | juckende Stiche an unbedeckter Haut | starker Juckreiz, nachts schlimmer |
| Was tun? | Hygiene, bei Allergie ärztlich beraten lassen | professionelle Schädlingsbekämpfung | Arztpraxis, Kontaktpersonen mitbehandeln |
Die Angaben stammen aus den Ratgebern des Umweltbundesamts zu Bettwanzen und Krätzemilben. Bei Bettwanzen rät das Amt zu einem Schädlingsbekämpfer, weil sich ein Befall kaum selbst beseitigen lässt. Krätze ist eine ansteckende Hauterkrankung und gehört in die Arztpraxis. Ein Staubsauger oder Dampfreiniger ersetzt in beiden Fällen keine Behandlung.
Was hilft gegen Milben im Bett?
Ganz loswerden kann man Hausstaubmilben nicht, schreibt das Umweltbundesamt. Ziel ist, ihnen das Leben schwer zu machen und den Staub mit ihren Allergenen zu reduzieren. Diese Maßnahmen empfehlen Umweltbundesamt, AOK und Stiftung Warentest:
- Lüften und kühl schlafen: mehrmals täglich stoßlüften, die AOK nennt morgens 5 bis 10 Minuten. Das Umweltbundesamt rät zu höchstens 18 °C im Schlafzimmer.
- Bett offen lassen: Decke morgens zurückschlagen statt das Bett sofort zu machen, damit die Matratze trocknen kann.
- Heiß waschen: Bettwäsche bei mindestens 60 °C mit Vollwaschmittel. Waschbare Decken und Kissen laut AOK alle vier bis sechs Wochen bei mindestens 60 °C, besser 95 °C, wenn das Etikett es erlaubt.
- Milbendichte Bezüge für Allergiker: sogenannte Encasings für Matratze, Decke und Kissen. Die AOK rät, bei Doppelbetten beide Matratzen einzuhüllen. Gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich oft an den Kosten, häufig nur mit Antrag vor dem Kauf.
- Matratze rechtzeitig ersetzen: Das Umweltbundesamt nennt 7 bis 10 Jahre. Wie Sie die Matratze bis dahin pflegen, steht im Ratgeber Matratze reinigen.
- Staubfänger reduzieren: schwere Vorhänge, dicke Teppiche und alte Polstermöbel im Schlafzimmer sammeln Staub. Hartböden feucht wischen.
Was Sie sich sparen können:
- Milbensprays und Akarizide: Das Umweltbundesamt rät davon ab, weil die Wirkstoffe in die Umwelt gelangen. Stiftung Warentest nannte die Wirkung solcher Mittel schon 2003 meist nicht ausreichend belegt.
- Antibakteriell ausgerüstete Bettwaren: Auch davon rät das Umweltbundesamt ab.
Welche Rolle spielt der Staubsauger?
Ein Staubsauger holt Staub, Hautschuppen und Milbenkot von der Oberfläche von Matratze, Teppich und Polstern. Die Milben im Inneren der Matratze erreicht er nicht. Für Allergiker zählt deshalb vor allem, dass der Sauger den Feinstaub zurückhält und nicht mit der Abluft wieder verteilt. Umweltbundesamt und AOK empfehlen Geräte mit HEPA-Filter; die AOK rät von beutellosen Saugern mit Auffangbehälter ab, weil beim Leeren Staub frei wird.
Wasserstaubsauger mit Separator binden den Staub im Wasser, sodass beim Leeren keine Staubwolke entsteht. Was das für Allergiker bringt und wo die Grenzen liegen, ordnen wir im Ratgeber Wasserstaubsauger für Allergiker ein. Stiftung Warentest rät Milbenallergikern außerdem, möglichst nicht selbst zu saugen, weil dabei immer Staub aufgewirbelt wird.
Dampfreiniger werden oft gegen Milben beworben. Dampf macht Matratze und Polster aber feucht, und Feuchte mögen Milben. Wann ein Dampfreiniger im Haushalt sinnvoll ist, steht im Vergleich Dampfreiniger oder Wasserstaubsauger.
Auch Milbensauger mit Heißluft und UV-C werben damit, Milben abzutöten. Was die Hersteller angeben und warum diese Wirkung nicht belegt ist, zeigt unser Vergleich Milbensauger mit Heißluft.
Häufige Fragen
Kann man Milben im Bett sehen?
Nein. Hausstaubmilben sind laut Umweltbundesamt 0,1 bis 0,5 Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wer im Bett kleine Tiere sieht, die sich bewegen, hat es mit etwas anderem zu tun, etwa mit Bettwanzen.
Beißen oder stechen Hausstaubmilben?
Nein. Hausstaubmilben stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Beschwerden entstehen nur bei Menschen, die auf die Allergene im Milbenkot allergisch reagieren. Juckende Stiche oder Pusteln haben eine andere Ursache und gehören ärztlich abgeklärt.
Hat jeder Milben im Bett?
Praktisch ja. Hausstaubmilben leben dort, wo Menschen Hautschuppen verlieren, also in fast jeder Matratze. Das ist kein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Ganz loswerden kann man sie laut Umweltbundesamt nicht; für Menschen ohne Allergie reicht normale Hygiene.
Bei wie viel Grad sterben Milben in der Wäsche?
Umweltbundesamt und AOK empfehlen, Bettwäsche und waschbares Bettzeug bei mindestens 60 °C zu waschen; die AOK nennt 95 °C als noch besser, wenn der Stoff es verträgt. Was nicht so heiß gewaschen werden darf, sollten Sie nach dem Pflegeetikett behandeln.
Hilft ein Staubsauger gegen Milben in der Matratze?
Nur an der Oberfläche. Ein Sauger nimmt Staub, Hautschuppen und Milbenkot von oben auf, erreicht aber nicht die Milben im Inneren. Für Allergiker empfehlen Umweltbundesamt und AOK Geräte mit HEPA-Filter und einen milbendichten Matratzenbezug.
Wer hat das geschrieben?

Melanie Hirschberg
Ist selbst Hausstauballergikerin, lebt mit zwei Hunden und putzt gern, mit einem ausgeprägten Sinn für Ordnung. Hat Vivenso und Hyla im März 2025 selbst nebeneinander getestet und vergleicht alle anderen Geräte nach offenen Kriterien, Bedienungsanleitungen und Datenblättern. Ein Prüflabor betreibt sie nicht.
Quellen
- Umweltbundesamt: Hausstaubmilbe (Aussehen, Lebensweise, Gesundheit, Vorbeugung). umweltbundesamt.de, abgerufen am 31.10.2026.
- AOK: Hausstauballergie, Stand 19.08.2024. aok.de, abgerufen am 31.10.2026.
- Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Was ist eine Hausstaubmilbenallergie? allergieinformationsdienst.de, abgerufen am 31.10.2026.
- Umweltbundesamt: Bettwanzen – Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen, aktualisiert Oktober 2023. umweltbundesamt.de, abgerufen am 31.10.2026.
- Umweltbundesamt: Krätzemilben. umweltbundesamt.de, abgerufen am 31.10.2026.
- Stiftung Warentest: Allergikerbezüge für Matratzen, 27.02.2003. test.de, abgerufen am 31.10.2026.