Ratgeber · Technik

Wie funktioniert ein Wasserstaubsauger?

Das Wasser bindet nur einen Teil des Staubs. Was danach passiert, entscheidet über Filterpflege, Folgekosten und Funktionen.

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Von Melanie Hirschberg · aktualisiert am · Über die Redaktion

Illustration im flachen Isometrie-Stil: aufgeschnittener Wasserstaubsauger, Pfeile zeigen den Luftweg vom Schlauch durch das Wasserbad und den Separator nach oben aus dem Gerät

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wasserstaubsauger leitet die angesaugte Luft durch ein Wasserbad, das Schmutz und den Großteil des Staubs bindet.Den feinen Rest hält je nach Bauart ein schnell drehender Separator oder ein zusätzlicher Trockenfilter zurück.
  • Beim Separator schleudert eine Zentrifuge mit laut Hersteller rund 25.000 Umdrehungen pro Minute die Partikel ins Wasser. Ein Filter für den Staub ist dann nicht nötig.
  • Beim Wasserfilter blubbert die Luft nur durch das Wasser. Danach folgt ein Schaumstoff- oder HEPA-Filter, der gereinigt und irgendwann ersetzt werden muss.

Was passiert im Gerät, wenn Sie saugen?

Der Motor erzeugt einen Unterdruck. Dadurch strömt Luft mit Staub, Krümeln und Haaren durch Düse, Rohr und Schlauch ins Gerät. Bei einem normalen Staubsauger landet sie in einem Beutel oder einer Staubbox. Beim Wasserstaubsauger trifft sie stattdessen auf ein Wasserbad: In den Tank kommen je nach Modell etwa 2 bis 4 Liter Wasser.

Grober Schmutz und ein großer Teil des Staubs werden nass und bleiben im Wasser. Das sehen Sie nach dem Saugen: Das Wasser ist trüb oder grau. Ab hier trennen sich die Wege. Was mit den feinen Partikeln passiert, die das Wasser nicht gebunden hat, hängt von der Bauart ab.

Wie arbeitet ein Separator?

Ein Separator ist eine kleine Zentrifuge, die über dem Wasserbad sitzt. Die Hersteller von Vivenso, Hyla, Rainbow und Delphin nennen Drehzahlen um 25.000 Umdrehungen pro Minute. Die Luft muss durch diesen schnell drehenden Korb, bevor sie den Motor erreicht.

Dabei wirkt die Zentrifugalkraft. Staubteilchen und feuchte Tröpfchen sind schwerer als Luft. Sie werden nach außen geschleudert und fallen ins Wasser zurück. Die leichtere Luft strömt in der Mitte weiter und verlässt das Gerät.

Der Vorteil dieser Bauart: Ein Trockenfilter für den Staub ist nicht nötig. Viele Geräte haben nur einen kleinen Motorschutzfilter, der selten getauscht wird. Weil am Ende alles im Wasser landet, können Separator-Geräte meist auch Flüssigkeiten aufsaugen, Luft ausblasen oder mit Zubehör Polster waschen.

Selbst getestet haben wir zwei Separator-Geräte: den Vivenso und den Hyla im Praxistest im März 2025. Wie sie sich im Alltag schlagen, lesen Sie im direkten Vergleich von Vivenso und Hyla.

Wie arbeitet ein Wasserfilter mit Trockenfilter?

Beim Wasserfilter fehlt die Zentrifuge. Die Luft wird durch das Wasser geleitet und steigt in Blasen wieder auf. Was dabei nass wird, bleibt im Wasser. Feine Partikel in den Luftblasen gelangen aber weiter.

Deshalb folgt mindestens ein Trockenfilter. Beim Kärcher DS 6 sind das laut Hersteller ein auswaschbarer Zwischenfilter und ein HEPA-13-Filter nach EN 1822. Der Thomas Aqua+ Pet & Family arbeitet mit seiner Aqua-Box nach demselben Grundprinzip, ebenfalls mit nachgeschalteten Filtern.

Das funktioniert, hat aber Folgen. Die Luft aus dem Wasserbad ist feucht. Der Filter muss nach dem Saugen trocknen. Setzt er sich zu, sinkt der Luftstrom und damit die Saugleistung. Und irgendwann muss er ersetzt werden.

Separator und Wasserfilter im direkten Vergleich

Beide Bauarten werden als Wasserstaubsauger verkauft. Die Tabelle zeigt, worin sie sich technisch unterscheiden.

Technischer Unterschied zwischen Separator und Wasserfilter
MerkmalSeparatorWasserfilter
Was hält den Feinstaub zurück?Zentrifuge schleudert ihn ins WasserTrockenfilter nach dem Wasserbad
Trockenfilter für Staub nötig?NeinJa, Schaumstoff- oder HEPA-Filter
Laufende Filterkostenkaum, ggf. MotorschutzfilterErsatzfilter nach Herstellerintervall
Nach dem SaugenWasser ausgießen, Tank und Separator trocknenWasser ausgießen, Tank trocknen, Filter trocknen und reinigen
Typische ZusatzfunktionenNasssaugen, Blasen, Luftreinigung, mit Kit Polsterwäscheje nach Modell, meist weniger
BeispieleVivenso, Hyla, Rainbow, DelphinThomas Aqua+, Kärcher DS 6

Mehr Details, inklusive Schnittzeichnung des Luftwegs, finden Sie im Vergleich Separator oder Wasserfilter.

Warum reicht Wasser allein nicht als Filter?

Die Werbung vergleicht das Wasserbad gern mit Regen, der die Luft reinwäscht. Stiftung Warentest hat das schon im Dezember 2001 eingeordnet: Im Sauger strömt die Luft schnell durch das Wasser, Staub und Wasser berühren sich also nur kurz. Wie gut ein Sauger filtert, hängt laut test.de vor allem von den Filtern dahinter ab, beim Wassersauger wie beim Beutelsauger.

Genau deshalb gibt es die zweite Stufe. Der Separator löst das Problem mechanisch, der Wasserfilter-Sauger mit einem Trockenfilter. Ein Gerät, das nur ein Wasserbad hat und sonst nichts, hält feinen Staub schlechter zurück als die Werbung nahelegt.

Was bedeutet die Technik für Ihren Alltag?

Wasser nach jedem Saugen weg. Schmutzwasser, das im Tank steht, riecht schnell. Tank ausgießen, ausspülen und offen trocknen lassen. Wie das bei Separator und Filter genau geht, steht im Ratgeber Wasserstaubsauger reinigen.

Mehr Gewicht. Wasserstaubsauger wiegen in unserem Vergleich laut Hersteller ohne Wasser etwa 5,5 bis 9 Kilogramm. Mit 2 bis 4 Litern Wasser kommen noch einmal 2 bis 4 Kilogramm dazu. Auf Rollen ist das kein Problem, auf der Treppe schon.

Kosten verteilen sich unterschiedlich. Separator-Geräte sind teuer in der Anschaffung und günstig im Unterhalt. Wasserfilter-Sauger kosten weniger, brauchen aber Ersatzfilter. Was das über zehn Jahre ausmacht, rechnet unser Folgekosten-Rechner aus.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Wasserstaubsauger in einem Satz?

Ein Wasserstaubsauger leitet die angesaugte Luft durch einen Tank mit Wasser, das Schmutz und Staub bindet. Danach hält entweder ein schnell drehender Separator oder ein zusätzlicher Trockenfilter den Feinstaub zurück, den das Wasser allein nicht erwischt.

Wie schnell dreht sich ein Separator?

Die Hersteller der Separator-Geräte in unserem Vergleich nennen Drehzahlen um 25.000 Umdrehungen pro Minute. Die Fliehkraft schleudert schwere, nasse Partikel nach außen ins Wasser, während die leichtere Luft in der Mitte weiterströmt.

Reicht das Wasser allein als Filter aus?

Nein. Die Luft strömt schnell durch das Wasserbad, sodass Wasser und Staub nur kurz Kontakt haben. Stiftung Warentest wies schon 2001 darauf hin, dass die Filterleistung vor allem von den Filtern nach dem Wasser abhängt. Deshalb braucht jedes Gerät eine zweite Stufe: Separator oder Trockenfilter.

Wie oft muss man das Wasser wechseln?

Nach jedem Saugen. Das Schmutzwasser sollte nicht im Tank stehen bleiben, weil es sonst riecht und Keime bilden kann. Tank und Separator oder Filter anschließend ausspülen und offen trocknen lassen.

Kann ein Wasserstaubsauger auch Flüssigkeiten aufsaugen?

Geräte mit Separator können das meist, weil ohnehin alles im Wasser landet. Bei Wasserfilter-Geräten hängt es vom Modell ab, denn Feuchtigkeit kann den Trockenfilter durchnässen. Maßgeblich ist immer die Bedienungsanleitung des Herstellers.

Wer hat das geschrieben?

Foto von Melanie Hirschberg

Melanie Hirschberg

Gründerin und Autorin von saugfuchs.com

Ist selbst Hausstauballergikerin, lebt mit zwei Hunden und putzt gern, mit einem ausgeprägten Sinn für Ordnung. Hat Vivenso und Hyla im März 2025 selbst nebeneinander getestet und vergleicht alle anderen Geräte nach offenen Kriterien, Bedienungsanleitungen und Datenblättern. Ein Prüflabor betreibt sie nicht.

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Quellen

  1. Stiftung Warentest: „Staubsauger: Wasser oder Papier“, online veröffentlicht am 20.12.2001. test.de, abgerufen am 31.10.2026.
  2. Kärcher: Produktseite DS 6 (1.195-250.0), Herstellerangaben zu Filtersystem und Wassermenge. karcher.com, abgerufen am 31.10.2026.